Was fressen Fledermäuse? Der Speiseplan heimischer Arten

What do bats eat? Learning about bat diets

Woran denken die meisten Menschen bei Fledermäusen zuerst? An Blut. Dracula wirkt nach.

Die Wirklichkeit ist unspektakulärer und nützlicher: Alle 25 in Deutschland und alle rund 45 in Europa vorkommenden Fledermausarten fressen ausschließlich Insekten. Keine Früchte, kein Nektar, kein Blut. Was sich zwischen den Arten unterscheidet, ist nicht das Was, sondern das Wie und das Wo.

Mehr über die Mythen rund um diese Tiere steht in Mythen und Fakten über Fledermäuse.

Was heimische Fledermäuse fressen

Auf dem Speiseplan stehen die Insekten, die nachts fliegen:

  • Zuckmücken und Stechmücken
  • Nachtfalter
  • Käfer, darunter Mai- und Junikäfer
  • Zikaden und Blattläuse im Schwarmflug
  • Schnaken, Eintagsfliegen, Köcherfliegen
  • Spinnen und Weberknechte, die von Wand und Laub abgesammelt werden

Die Mengen sind der Punkt: Viele Arten nehmen pro Nacht über 30 % ihres Körpergewichts auf. Eine säugende Weibchengruppe frisst noch mehr, weil die Milchproduktion Energie kostet.

Wie viel davon Mücken sind und was das für den Garten bedeutet, rechnet Wie viele Mücken frisst eine Fledermaus? durch.

Jede Art jagt anders

Genau hier wird es interessant, denn der Jagdstil bestimmt, welche Art in welchem Garten auftaucht:

  • Zwergfledermaus: die häufigste Art an Häusern. Jagt wendig im freien Luftraum, an Laternen, über Gewässern und entlang von Hecken. Nimmt vor allem kleine Zweiflügler – also Mücken.
  • Großes Mausohr: sammelt große Laufkäfer direkt vom Waldboden ab, statt sie im Flug zu fangen.
  • Wasserfledermaus: fliegt knapp über der Wasseroberfläche und greift Insekten mit den Füßen aus dem Wasser.
  • Braunes Langohr: hängt im Rüttelflug vor Blättern und pflückt sitzende Nachtfalter und Raupen ab. Seine großen Ohren hören die Beute, ohne sie anzupeilen.
  • Abendsegler: jagt hoch und schnell über den Baumkronen, oft über Schwärmen aus Eintagsfliegen.

Wie Echoortung tatsächlich funktioniert

Hier steht in älteren Texten viel Unsinn, deshalb kurz und richtig: Fledermäuse rufen im Flug gezielt kurze Ultraschalllaute aus. Diese Rufe treffen auf Hindernisse und Beutetiere und werden zurückgeworfen. Aus dem Echo liest das Tier ab, wo das Insekt ist – Richtung, Entfernung, Größe und sogar der Flügelschlag.

Zwei Punkte, die oft falsch dargestellt werden. Erstens: Die Rufe sind nicht zufällig, sondern werden dichter, je näher die Beute kommt – am Ende folgen bis zu 200 Rufe pro Sekunde, der sogenannte Endschwall kurz vor dem Zugriff. Zweitens: Das Ganze dauert keine Stunden, sondern Millisekunden. Von der Entdeckung bis zum Fang liegt bei einer Zwergfledermaus weniger als eine Sekunde.

Und das Echo verrät nicht die Fledermaus, sondern das Insekt. Einige Nachtfalter können die Rufe allerdings hören und lassen sich dann fallen oder fliegen Ausweichschleifen.

Und die Fruchtfresser und Vampire?

Die gibt es – nur nicht hier. Von den weltweit über 1.400 Arten lebt die Mehrheit von Insekten. Ein kleinerer Teil hat sich auf anderes spezialisiert:

Flughunde

Die Flughunde der Alten Welt – rund 200 Arten in den Tropen und Subtropen Afrikas, Asiens und Australiens – fressen Früchte, Pollen und Nektar: Feigen, Bananen, Mangos, Guaven. Sie orientieren sich überwiegend mit Augen und Geruch; die meisten von ihnen echoorten gar nicht. In Europa kommt keine Flughundart vor.

Nektarfresser

In Mittel- und Südamerika haben sich Blattnasen auf Nektar spezialisiert, mit extrem langen Zungen. Sie sind es, die Agaven und Säulenkakteen bestäuben – nicht die Arten, die bei uns fliegen. Mehr dazu in Fledermäuse als Bestäuber.

Vampirfledermäuse

Blut trinken genau drei Arten, alle in Mittel- und Südamerika. Sie ritzen mit den Schneidezähnen die Haut schlafender Rinder, Pferde oder Vögel an und lecken das austretende Blut; ein Sinnesorgan an der Nase führt sie zu oberflächennahen Blutgefäßen. Auf Menschen gehen sie praktisch nicht, und in Europa gibt es sie nicht.

Was Fledermäuse nicht fressen

Zwei Dinge zum Mitnehmen, falls Sie helfen wollen: Fledermäuse lassen sich nicht füttern. Es gibt kein Futter, das man auslegt, und kein Lockmittel, das in den Kasten gehört – sie fangen ausschließlich lebende, fliegende Beute selbst.

Der Weg, ihnen etwas zu geben, läuft deshalb über die Insekten: keine Pestizide, nachts blühende Pflanzen für die Nachtfalter, eine Wasserstelle, wenig Kunstlicht – und ein Quartier.

Häufige Fragen

Welche Insekten fressen Fledermäuse?

Überwiegend nachtaktive Fluginsekten: Mücken, Zuckmücken, Nachtfalter, Käfer, Zikaden, Schnaken. Einzelne Arten sammeln auch sitzende Beute von Blättern und Wänden ab.

Was fressen Fledermäuse hauptsächlich?

Weltweit betrachtet Insekten – die Mehrheit der Arten ist insektenfressend. Frucht- und Nektarfresser sind die Minderheit und leben in den Tropen.

Was fressen sie nachts?

Dasselbe wie immer: Fledermäuse sind nachtaktiv, die Jagd findet ausschließlich nachts statt. Die Hauptzeit liegt in der ersten Stunde nach Sonnenuntergang, wenn am meisten fliegt.

Was fressen sie im Winter?

Nichts. Sie fressen sich im Herbst Reserven an und leben im Winterschlaf davon. Was zu tun ist, wenn Sie im Winter ein Tier im Haus finden, steht in Fledermaus im Haus im Winter.

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