Eichhörnchen zu füttern klingt unkompliziert, bis man im Laden vor dem Regal steht. Von dem, was dort als Eichhörnchenfutter verkauft wird, ist manches gut, manches Füllstoff, und einzelnes hat in einem Futterhaus nichts zu suchen.
Hier steht, was über das Jahr hineingehört, was nicht, und wie eine Futterstelle aussieht, die der Gesundheit der Tiere dient und nicht nur Besuch anzieht.
Womit man anfängt: was Eichhörnchen von Natur aus fressen
Das Europäische Eichhörnchen ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf Pflanzen, und sein Speiseplan wechselt mit den Jahreszeiten. Ein sinnvoller Futterplan folgt diesem Rhythmus, statt jede Woche dieselbe Mischung hinzulegen.
- Baumfrüchte: Eicheln, Buchecker, Walnuss, Haselnuss
- Fichten- und Kiefernzapfen, deren Samen im Winter die Hauptnahrung sind
- Knospen, Blüten und Rinde im Spätwinter
- Pilze und Flechten
- Beeren und Weichobst im Sommer
- Samen, auch Ahornsamen und Sonnenblumenkerne
- Insekten, Schnecken, gelegentlich Vogeleier; Eichhörnchen sind keine reinen Vegetarier
Eine Futterstelle soll diesen Speiseplan nicht ersetzen, sondern die Wochen überbrücken, in denen natürliche Nahrung knapp ist. Das ist vor allem der Spätwinter.
Was ins Futterhaus gehört
Nüsse in der Schale. Walnuss und Haselnuss, roh und ungesalzen. Das Aufknacken ist Beschäftigung und hält die Schneidezähne in Form, die lebenslang nachwachsen und abgenutzt werden müssen.
Sonnenblumenkerne, am besten die schwarzen ölhaltigen. Fettreich und kalorienreich.
Fichten- und Kiefernzapfen. Kostenlos, natürlich und die beste Beschäftigung, die Sie anbieten können.
Mais am Kolben. Gut im Herbst und Winter. Lose Körner schimmeln in der Schale schneller und sind deshalb die schlechtere Wahl.
Kürbis- und Sonnenblumenkerne im Herbst, fettreich und mineralstoffreich.
Apfel, Birne, Melone in kleinen Stücken, täglich erneuert, damit nichts gärt. Zugleich eine Wasserquelle.
Karotte, wird gern genommen und hält sich länger als Obst.
Gelegentlich ein hartgekochtes Ei oder Mehlwürmer als Eiweiß- und Mineralstoffgabe, vor allem während der Jungenaufzucht.
Was nicht hineingehört
- Mandeln. Anders als oft empfohlen: Bittermandeln enthalten Amygdalin und sind giftig, und am Futterplatz lässt sich das nicht verlässlich unterscheiden. Walnuss und Haselnuss leisten dasselbe ohne dieses Risiko.
- Gesalzene, geröstete oder gewürzte Nüsse. Salz belastet die Nieren.
- Erdnüsse als Hauptfutter. Erdnüsse sind Hülsenfrüchte und können mit Aflatoxin belastet sein. Als gelegentliche Beigabe in der Schale und ungesalzen sind sie in Ordnung, als Grundlage taugen sie nicht.
- Brot, Backwaren, Kekse, Frühstücksflocken. Kalorien ohne Nährwert und schlecht verdaulich.
- Milch und Milchprodukte. Erwachsene Tiere verdauen Milchzucker nicht.
- Schokolade und Süßigkeiten. Theobromin ist giftig.
- Avocado. Enthält Persin und ist schädlich.
- Zitrusfrüchte und alles Verarbeitete aus der Snackabteilung.
Als Orientierung taugt eine Frage: Findet ein Eichhörnchen das im Wald? Wenn nicht, bleibt es aus dem Futterhaus.
Der Futterplan über das Jahr
Spätwinter und Frühjahr (Februar bis Mai)
Die wichtigste Zeit, und die, die am häufigsten übersehen wird. Die Vorräte vom Herbst sind aufgebraucht, im Wald wächst noch nichts nach, und gleichzeitig säugen die Weibchen die erste Brut. In Mitteleuropa gibt es zwei Würfe, im Februar oder März und im Mai oder Juni.
- Sonnenblumenkerne, Nüsse in der Schale, Obststücke
- Gelegentlich hartgekochtes Ei oder Mehlwürmer für das Eiweiß
- Immer Wasser in der Nähe
Sommer (Juni bis August)
Natürliche Nahrung ist reichlich da. Die Futtermenge kann deutlich zurückgehen.
- Obst wird interessanter als Nüsse, also Apfel, Melone, Beeren
- Nussmenge reduzieren; die Tiere finden selbst genug
- Wasser ist jetzt das Wichtigste. Bei Hitze und Trockenheit ist es die knappste Ressource im Garten
Herbst (September bis November)
Die Zeit der Vorratsverstecke. Eichhörnchen legen jetzt hunderte Depots an und besuchen Futterstellen am häufigsten.
- Schwerpunkt auf Nüssen und Samen
- Mais am Kolben, Kürbiskerne, Zapfen
- Jetzt ist auch die richtige Zeit, eine Nisthilfe anzubringen, denn die Tiere suchen im Herbst nach Winterquartieren
Winter (Dezember bis Januar)
Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Sie leben von den Vorräten und kommen an milden Tagen heraus.
- Fettreiches Futter: Walnuss, Sonnenblumenkerne, Mais
- Das Wasser eisfrei halten. Täglich das Eis entfernen und nichts hineingeben: kein Salz, kein Frostschutzmittel, keine Zusätze
- Eine geschützte, überdachte Futterstelle zählt jetzt mehr als in jeder anderen Jahreszeit
Rechtlicher Rahmen
Das Eichhörnchen ist in Deutschland besonders geschützt (Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung) und gehört nicht zum jagdbaren Wild. Füttern und eine Nisthilfe anbieten sind unproblematisch. Verboten sind Fangen, Mitnehmen und Halten sowie die Zerstörung eines bewohnten Kobels. In Österreich und der Schweiz gelten entsprechende Regelungen.
Warum die Bauart der Futterstelle genauso zählt wie der Inhalt
Ein Haufen Nüsse auf dem Zaunpfahl füttert Eichhörnchen und daneben Ratten, Rabenkrähen, Elstern und was sonst nachts vorbeikommt. Eine gebaute Futterstelle steuert, wer an das Futter kommt, und ob die Tiere sich beim Besuch sicher fühlen.
Unser Eichhörnchenhaus mit Futterstelle verbindet beides:
- Futterfach mit Sichtscheibe. Die Tiere sehen hinein, Sie sehen ihnen zu, und das Futter bleibt trocken.
- Höhle über dem Futterfach. Dieselbe Konstruktion bietet ein Winterquartier, und wer hier frisst, nistet mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auch hier.
- Unbehandelte Zeder, witterungsbeständig ohne chemische Behandlung, hält über viele Saisons.
- In einer halben Stunde montiert, an Stamm oder Pfosten, 3 bis 6 m hoch, Einflug nach Osten bis Südosten.
Eine Routine, die hält
Das Wichtigste ist Regelmäßigkeit. Eichhörnchen lernen Zeitpläne: Liegt an einem Ort zu einer bestimmten Zeit Futter, kommen sie wieder, und ist die Höhle darüber trocken und sicher, ziehen sie ein.
Eine Ecke im Garten aussuchen, die Nisthilfe anbringen, im Herbst und Winter zweimal pro Woche bestücken, im Sommer einmal, Wasser wechseln. Mehr ist nicht nötig.
Futterstelle und Höhle in einem
Aus unbehandelter Zeder, mit Sichtscheibe am Futterfach und einer Höhle darüber – auf das Europäische Eichhörnchen ausgelegt.
Eichhörnchenhaus ansehenFazit
Mit Nüssen in der Schale, Sonnenblumenkernen, Zapfen, etwas Obst und Wasser ist das Wesentliche abgedeckt. Beim Zeitpunkt liegt der größere Effekt als bei der Auswahl: Im Spätwinter und Frühjahr hilft eine Futterstelle am meisten, im Sommer am wenigsten.
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