Fettfutter zieht eine klar umgrenzte Gruppe an: Vögel, die sich an senkrechte Flächen klammern und von Insekten und Fett leben statt von Körnern. In Mitteleuropa sind das vor allem Spechte, der Kleiber, die Meisen, die Baumläufer und der Zaunkönig. Wer einen Spender aufhängt, hat die meisten davon innerhalb einer Woche am Futter.
Fettfutter ist ausgelassenes Fett, meist mit Körnern, Haferflocken oder getrockneten Früchten vermischt, und es liefert pro Bissen deutlich mehr Energie als Körner allein. Das zählt vor allem bei Frost und in der Brutzeit, wenn die Tiere mehr Kalorien verbrennen, als sie über Insekten hereinholen können. Hier steht, wen Sie erwarten können, wie Sie die Arten auseinanderhalten und welches Detail am Spender darüber entscheidet, ob die großen Arten lange genug bleiben, um satt zu werden.
Die Spechte: die verlässlichsten Gäste
Spechte sind für die meisten der Grund, überhaupt Fettfutter anzubieten. Sie leben das ganze Jahr von Insekten in der Rinde, also passt eine fettbasierte Nahrung von der Ernährung her, und sie sind, sobald sie den Spender kennen, die selbstbewusstesten Besucher am Futterplatz.
- Buntspecht – mit großem Abstand der häufigste Specht am Futter und meist der erste, der auftaucht. Schwarz-weiß gezeichnet mit rotem Unterschwanz; die Männchen tragen einen roten Fleck im Nacken, Jungvögel eine rote Kappe.
- Kleinspecht – gleiche Grundzeichnung, aber nur sperlingsgroß und ohne Rot am Unterschwanz. Wer beide nebeneinander sieht, verwechselt sie nie wieder.
- Mittelspecht – rote Kappe über den ganzen Oberkopf, gebunden an alte Eichen. Am Gartenfutter die Ausnahme, in eichenreicher Umgebung aber möglich.
- Grünspecht – grün mit roter Kappe, sucht Ameisen am Boden und kommt deshalb selten an einen hängenden Spender. Wer ihn im Rasen stochern sieht, hat ihn ohnehin zu Gast.
- Schwarzspecht – krähengroß, schwarz mit roter Kappe. An Gartenfutterplätzen sehr selten; er braucht alten Baumbestand. Seine verlassenen Höhlen sind allerdings die Grundlage für Raufußkauz und Hohltaube.
Kleiber und Baumläufer
Zwei Gruppen, die zwischen den Spechtbesuchen für Bewegung sorgen, beide Rindenspezialisten und beide das ganze Jahr da.
- Kleiber – unverwechselbar, weil er als einziger heimischer Vogel kopfüber am Stamm nach unten läuft. Blaugrau oben, rostfarben unten, mit schwarzem Augenstreif. Er nimmt oft ein Stück Fettfutter und trägt es zum Fressen weg oder versteckt es in einer Rindenspalte.
- Gartenbaumläufer – rindenfarben und deshalb leicht zu übersehen; er schraubt sich spiralig am Stamm nach oben und arbeitet einen Spender genauso ab. Der sehr ähnliche Waldbaumläufer bleibt eher im Wald.
Die Meisen: die Dauergäste
Keine Gruppe nutzt Fettfutter so intensiv wie die Meisen. Sie kommen in kurzen Stößen statt sich niederzulassen, dafür den ganzen Tag über.
- Kohlmeise – die größte und häufigste, schwarzer Kopf mit weißen Wangen, gelbe Brust mit dunklem Längsstreifen.
- Blaumeise – kleiner, blaue Kappe, wendiger; hängt beim Fressen gern kopfüber.
- Tannenmeise – die kleinste, mit weißem Nackenfleck, bevorzugt Nadelbäume in der Nähe.
- Haubenmeise – mit spitzer, gesprenkelter Haube; in nadelholzreichen Gegenden regelmäßig am Futter.
- Sumpfmeise und Weidenmeise – einander sehr ähnlich, braun mit schwarzer Kappe, am sichersten über die Rufe zu trennen.
- Schwanzmeise – winzig, mit überlangem Schwanz, fast immer im Trupp von acht bis zwanzig Tieren. Ihr Besuch füllt den Spender für zwei Minuten und leert ihn dann wieder.
Und wer sonst noch kommt
- Rotkehlchen – nimmt Fettfutter gern, bleibt aber lieber unten; es sammelt meist das auf, was herunterfällt.
- Zaunkönig – kaum größer als ein Daumen und trotzdem der lauteste Vogel am Platz. Bei Frost geht er an Fettfutter dicht über dem Boden.
- Amsel – zu schwer für das Gitter, arbeitet aber die Reste darunter ab.
- Mönchsgrasmücke – die Überraschung im Winter. Immer mehr dieser Grasmücken bleiben über den Winter in Mitteleuropa, statt nach Süden zu ziehen, und tauchen dann an Futterplätzen auf.
- Eichelhäher – groß, laut und unverwechselbar. Er nimmt reichlich, dominiert den Platz kurz und ist schnell wieder weg.
- Star – kommt im Trupp und kann einen Spender in kurzer Zeit leer räumen. Wie man das begrenzt, ohne die Kleinvögel auszuschließen, steht in unserem Beitrag zu Eichhörnchen und Staren am Fettfutter.
Das Detail, das über die Verweildauer entscheidet
Spechte und Kleiber fressen anders als ein Fink am Körnerspender. Sie stützen ihre steifen Schwanzfedern gegen eine feste Fläche und arbeiten aus der senkrechten Haltung heraus. Fehlt diese Fläche, muss ein Buntspecht am Gitter flattern und sich in der Luft halten. Das kostet Energie und endet meist damit, dass er nach wenigen Versuchen aufgibt.
Deshalb zählt eine Schwanzstütze mehr als fast jedes andere Merkmal an einem Fettfutterspender. Sie ist nur eine Verlängerung des Rahmens unterhalb des Gitters, macht aber den entscheidenden Unterschied: Die Vögel setzen sich fest, stützen ab und bleiben minutenlang am Futter. Wenn Spechte im Garten sind, aber nie am Spender, ist eine fehlende Stütze die wahrscheinlichste Erklärung. Unser Fettfutter-Spender aus Zedernholz ist um genau dieses Detail herum gebaut, mit großzügiger Schwanzstütze und doppeltem Gitter für zwei Blöcke.
Wichtig: Meisenknödel ohne Netz
Ein Punkt, der in Deutschland regelmäßig übersehen wird: Die Kunststoffnetze, in denen Meisenknödel üblicherweise verkauft werden, sind eine echte Gefahr. Vögel verfangen sich mit den Zehen darin, Spechte bleiben mit der Zunge hängen, und die Tiere verletzen sich schwer oder verenden am Netz. Naturschutzverbände raten seit Jahren davon ab.
Abhilfe ist unkompliziert: Knödel ohne Netz kaufen oder das Netz vor dem Aufhängen entfernen und die Knödel in eine Spirale, einen Korb oder einen Spender geben. Bei Fettblöcken im Gitterspender stellt sich die Frage von vornherein nicht.
Was ins Fettfutter gehört – und was nicht
Wer selbst mischt, nimmt ungesalzenes Rindertalg oder Kokosfett, lässt es aus und rührt Sonnenblumenkerne, Haferflocken, geschrotete Nüsse oder getrocknete Beeren ein. Etwas Speiseöl dazu hält die Masse geschmeidig, damit sie bei Frost nicht steinhart wird.
Fernhalten sollten Sie gesalzene Fette, Speck, gewürzte Speisereste, Brot und Milchprodukte. Salz ist für Vögel giftig, Brot quillt im Magen, und Milchprodukte können sie nicht verdauen.
Wann welche Gruppe kommt
- Herbst und Winter – Hochsaison. Insekten fehlen, natürliches Fett ist knapp, und Fettfutter wird zu einer wirklich wertvollen Quelle. Jetzt sehen Sie die größte Artenvielfalt und den stärksten Betrieb.
- Frühjahr – die Brutzeit verlangt viele Kalorien, und Altvögel tragen Futter zum Nest. Das ist die Zeit, in der Sie am ehesten ein Paar im Wechsel am selben Spender beobachten.
- Sommer – der Betrieb geht zurück, weil Insekten reichlich vorhanden sind, und normales Fettfutter wird in der Wärme weich. Ob und wie man im Sommer füttert, behandeln wir unter Fettfutter im Sommer.
Wohin mit dem Spender
Hängen Sie den Spender in etwa 1,5 bis 1,8 m Höhe auf, rund 3 m von einem Baum oder Strauch entfernt. Diese Deckung gibt den Kleinvögeln einen Rettungsweg, wenn ein Sperber durchgeht, und Spechte fliegen einen Futterplatz ohnehin lieber von einem Stamm aus an.
Zwei Punkte haben in Mitteleuropa größeres Gewicht, als man vermutet:
- Abstand zu Fensterscheiben. Vogelschlag an Glas ist eine der häufigsten Todesursachen im Siedlungsraum. Setzen Sie den Spender entweder sehr nah an die Scheibe, unter einem Meter, damit kein tödliches Tempo aufkommt, oder klar weiter als 3 m weg. Der Bereich dazwischen ist der gefährlichste.
- Katzensicher. Kein Absprungpunkt in Reichweite: keine Mauer, kein Zaunpfosten, kein Ast dicht unter dem Spender.
Und weil der Sinn der ganzen Übung das Zusehen ist: Suchen Sie zuerst den Blick vom Fenster aus und rechnen Sie von dort zurück. Halten Sie das Fettfutter außerdem getrennt von Körnerspender und Eichhörnchenfutter, damit sich die Gruppen nicht ins Gehege kommen.
Hygiene am Futterplatz
Ein Futterplatz, an dem sich Kot und Futterreste sammeln, wird zur Infektionsquelle; Salmonellen und Trichomonaden verbreiten sich dort zuverlässig. Futter gehört deshalb in einen Spender, aus dem die Tiere es entnehmen, ohne hineinzutreten. Ein offenes Brett leistet das Gegenteil. Reste und weich gewordenes Fett entfernen, den Spender regelmäßig mit heißem Wasser ausspülen und trocknen lassen. Wenn am Futterplatz auffällig teilnahmslose oder aufgeplüsterte Vögel sitzen, Fütterung für zwei bis drei Wochen einstellen.
Einstieg
Fettblock aufhängen, eine Woche warten, beobachten, wer zuerst kommt. In den meisten Gärten sind das eine Kohl- oder Blaumeise, kurz darauf der Buntspecht, dann der Kleiber, sobald der Platz als Futterquelle bekannt ist. Danach wächst die Liste von Saison zu Saison.
Wer sehen will, was im selben Garten nachts unterwegs ist: Unser Eulenbereich und der Bereich zum Lebensraum von Fledermäusen behandeln zwei weitere Artengruppen, denen mit ein wenig Bauhilfe geholfen ist.
Mit Schwanzstütze für Spechte
Doppeltes Gitter, Zedernholz und die Stützfläche, die Buntspecht und Kleiber zum Bleiben brauchen.
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