Zwei Besucher machen aus einem gut laufenden Fettfutterplatz einen ärgerlichen: das Eichhörnchen, das einen Block an einem Nachmittag leer räumt, und größere Vögel, die in der Gruppe kommen und alles wegholen, bevor ein Buntspecht überhaupt an der Reihe war. Beides lässt sich lösen, und die Fütterung muss dafür nicht aufhören.
Die beiden Fälle brauchen unterschiedliche Antworten. Eichhörnchen hält man über Mechanik und über ein besseres Angebot an anderer Stelle vom Spender weg. Große Vögel steuert man über Bauweise und Futterwahl. Hier steht, was im Garten tatsächlich funktioniert und welche verbreiteten Ratschläge man sich sparen kann.
Vorweg: Chilli-Fettfutter ist hier nicht die Antwort
Wer auf Englisch nach dem Thema sucht, landet sofort bei Fettblöcken mit Chilli. Die Begründung: Vögel nehmen Capsaicin kaum wahr, Säugetiere sehr wohl. Das ist biologisch richtig, taugt hier aber nicht als Empfehlung.
Zum einen ist mit Capsaicin behandeltes Vogelfutter im deutschsprachigen Raum nicht etabliert und wird von Naturschutzverbänden nicht empfohlen. Zum anderen bleibt loses Pulver ein Reizstoff für Augen und Schleimhäute, auch bei Vögeln und erst recht bei allen, die den Block anfassen. Und schließlich setzt es an der falschen Stelle an: Ein Eichhörnchen ohne anderen Zugang zu energiereichem Futter sucht einfach weiter. Mechanik und ein eigenes Angebot wirken dauerhaft, ohne Zusatz im Futter.
Eichhörnchen: über Abstände und Mechanik
Eichhörnchen gehen an Vogelfutter, weil es die bequemste erreichbare Mahlzeit ist. Entzieht man ihnen die Bequemlichkeit, ändert sich das Verhalten von selbst.
Rechnen Sie mit den realen Sprungleistungen: Ein Eichhörnchen springt etwa 1,2 m senkrecht nach oben und 2,5 bis 3 m weit, nach unten deutlich mehr. Daraus folgt:
- Höhe und Abstand. Spender mindestens 1,8 m über dem Boden und rund 3 m von jedem Absprungpunkt entfernt: kein Ast, keine Mauer, kein Zaunpfosten, kein Dachrand in Reichweite. Der Absprung von oben wird dabei meist übersehen.
- Schutzmanschette. An einem Ständer oder Pfosten ist eine glatte Manschette unter dem Spender die wirksamste einzelne Maßnahme. Sie muss breit genug sein, dass sie nicht umgriffen werden kann.
- Frei hängend in der Mitte. An einem dünnen, gespannten Draht zwischen zwei Punkten aufgehängt, mit dem Spender in der Mitte, ist ein Fettblock schwer zu erreichen. Ein Stück Schlauch oder eine leere Flasche auf dem Draht beidseits des Spenders macht die Anfahrt zusätzlich unbrauchbar.
Ein Hinweis zur Abwägung: Kleinvögel brauchen Deckung in der Nähe, um vor dem Sperber ausweichen zu können. Das lässt sich mit dem Abstandsgebot vereinbaren. Gesucht ist niedrige Deckung, Strauch oder Hecke in Bodennähe, während im Umkreis von etwa 3 m nichts stehen soll, von dem aus ein Eichhörnchen auf den Spender springen kann.
Dem Eichhörnchen ein eigenes Angebot machen
Das wirkt langfristig besser als jede Abwehr, weil es das Tier umleitet. Ein eigener Futterplatz mit Nüssen, Haselkernen und Sonnenblumenkernen, deutlich abseits vom Fettfutter aufgestellt, gibt dem Eichhörnchen ein Ziel, das es dem schwierigeren vorzieht. Unser Eichhörnchen-Futterspender aus Zedernholz ist genau dafür gebaut, mit Anflugbrett und verschließbarem Deckel, und macht aus dem täglichen Ärger etwas, dem man gern zusieht. Was über das Jahr hineingehört, steht unter was Eichhörnchen das ganze Jahr fressen.
Was rechtlich gilt
Das Eichhörnchen ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und kein jagdbares Wild. Es zu fangen, zu verletzen oder umzusiedeln ist nach § 44 BNatSchG verboten. Umsiedeln wäre ohnehin wirkungslos, weil ein frei gewordenes Revier innerhalb von Tagen neu besetzt wird. Die Maßnahmen oben sind damit die einzigen zulässigen und zugleich die freundlicheren.
Große Vögel: Bauweise statt Abwehr
Am Winterfutterplatz sind es in Mitteleuropa vor allem Elster, Eichelhäher, Rabenkrähe und Ringeltaube, dazu Sperlingstrupps, die einen Spender dominieren. Stare kommen eher im Spätsommer und auf dem Zug in großen Schwärmen zusammen.
Nutzbar ist ein mechanischer Unterschied: Spechte, Kleiber und Meisen klettern und fressen kopfüber oder aus der Senkrechten. Große Vögel können das kaum und brauchen eine Fläche zum Aufsitzen. Auf dieser Lücke beruht jede wirksame Lösung:
- Zugang von unten. Spender, bei denen der Block nur von der Unterseite erreichbar ist, verlangen eine kopfüber hängende Haltung. Buntspecht und Kleiber beherrschen das ohne Mühe, Elster, Taube und Star nicht.
- Reiner Fettblock ohne Getreide. Mischungen mit Bruchmais und Hirse ziehen gezielt Sperlinge, Tauben und Stare an. Reines Fett mit Sonnenblumenkernen ist für sie viel weniger interessant und für Spechte und Meisen genauso wertvoll.
- Keine offene Futterfläche daneben. Große Vögel fressen am liebsten von flachen Flächen. Wer Bodenreste aufsammelt und auf das Futterbrett in der Nähe verzichtet, nimmt dem Trupp den Grund, sich überhaupt zu versammeln.
- Schutzgitter – mit einer Einschränkung. Ein Außengitter mit etwa 4 cm Maschenweite lässt Meisen durch und hält Elster, Häher und Taube draußen. Es hält allerdings auch den Buntspecht draußen. Wenn Sie Spechte sehen wollen, ist die bessere Lösung: ein gekäfigter Spender für die Meisen und daneben ein offener Spender mit Schwanzstütze für die Spechte.
Der Star ist kein Schädling
Ein Punkt, der in englischsprachigen Ratgebern anders steht und für Mitteleuropa nicht übertragbar ist: In Nordamerika ist der Star eine eingeführte Art. Bei uns ist er heimisch, stand 2018 als Vogel des Jahres im Mittelpunkt, und seine Bestände gehen deutlich zurück, weil Höhlenbäume und insektenreiche Wiesen fehlen. Er ist nach § 44 BNatSchG besonders geschützt.
Das Ziel ist deshalb ein anderes: Die kletternden Kleinvögel sollen auch an das Futter kommen. Alle Maßnahmen oben regeln den Zugang, ohne einem Vogel zu schaden oder ihn vom Futterplatz als Ganzem auszuschließen. Wer Platz hat, stellt dem Trupp bewusst einen zweiten, schlichten Futterplatz hin. Das entspannt die Lage am Fettfutter zuverlässiger als jede Abwehr.
Was nicht funktioniert
- Den Ständer einfetten. Vaseline und Öl gehen auf Federn und Fell über und zerstören dort Dämmung und Wasserabweisung. Nehmen Sie eine Manschette.
- Ultraschall- und Vibrationsgeräte. Es gibt keinen belastbaren Nachweis, dass sie Eichhörnchen oder Vögel abhalten, und die Tiere gewöhnen sich schnell an alles, was keine Folgen hat.
- Den Spender eine Zeit lang abnehmen. Das kostet Sie Ihre Stammgäste, die sich neu orientieren, während das Eichhörnchen zurück ist, sobald der Spender wieder hängt.
- Fangen und Umsiedeln. Verboten, wirkungslos und angesichts der Alternativen unnötig.
Ein Aufbau, der beides abdeckt
Wenn Sie eine Konfiguration wollen, die das ganze Thema erledigt: Fettfutterspender mit richtiger Schwanzstütze in 1,8 m Höhe, rund 3 m von jedem Absprungpunkt, mit niedriger Deckung in der Nähe, an einem gespannten Draht oder mit Manschette am Ständer. Befüllt mit reinem Fettblock ohne Getreidemischung. Am anderen Ende des Gartens ein eigener Eichhörnchen-Futterplatz mit Nüssen. Boden unter dem Fettfutter frei von Resten.
Diese Kombination nimmt dem Eichhörnchen den Anreiz und den großen Vögeln die bevorzugte Nahrung samt Sitzhaltung. Übrig bleibt der Spender für die Spechte, Kleiber und Meisen, für die er gebaut ist. Unser Fettfutter-Spender aus Zedernholz nimmt zwei Blöcke bei voller Schwanzstütze, und unter welche Vögel Fettfutter fressen stehen die Arten, die Sie danach sehen sollten.
Geben Sie es zwei Wochen
Futtergewohnheiten stellen sich langsam um. Ein Eichhörnchen prüft eine neue Absicherung mehrfach, und ein Trupp, der Ihren Garten kennt, kontrolliert ihn weiter, bevor er sich verteilt. Ändern Sie eine Sache auf einmal, damit Sie erkennen, was gewirkt hat, und geben Sie dem Ganzen rund zwei Wochen.
Zwei Futterplätze, kein Streit
Eigenes Angebot für das Eichhörnchen, Schwanzstütze für den Specht.
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