Fledermauskasten als Bausatz: Was drin ist und worauf es ankommt

Ein Bausatz ist ein Fledermauskasten in Einzelteilen: zugeschnittene Bretter, Schrauben und eine Anleitung. Sie bauen ihn selbst zusammen und hängen ihn auf. Das kostet rund eine Stunde und gibt Ihnen die Kontrolle über die Verarbeitung – und genau daran entscheidet sich, ob der Kasten später angenommen wird.

Dieser Beitrag erklärt, was in einem Bausatz steckt, worauf beim Zusammenbau zu achten ist, und wann ein fertig montierter Kasten die sinnvollere Wahl ist.

Was in einem Bausatz enthalten ist

  • Zugeschnittene Teile aus unbehandeltem Holz. Üblich sind Zeder, Lärche oder Douglasie – Holzarten, die auch ohne Anstrich mehrere Jahre im Wetter stehen.
  • Aufgeraute Innenflächen. Fledermäuse hängen sich an Rückwand und Trennbretter; glattes Holz können sie nicht greifen. Bei guten Bausätzen sind diese Flächen bereits gerillt oder gefräst.
  • Schrauben statt Nägel und eine Aufhängeleiste oder Montageschiene.
  • Eine Anleitung mit den Maßen. Entscheidend sind die Spaltbreite zwischen den Kammern und die Höhe des Einflugschlitzes an der Unterseite: jeweils 15 bis 20 mm. Weiter darf es nicht sein, sonst kommen Vogel- oder Wespennester hinein, und enger nicht, sonst passt kein Tier durch.

Bausatz oder fertig montiert?

Für den Bausatz spricht, dass Sie jede Naht selbst sehen, und dass er sich als Projekt mit Kindern, in der Schule oder im Verein eignet. Voraussetzung ist sauberes Arbeiten: Jede Fuge, durch die Licht fällt, macht den Kasten unbrauchbar. Fledermäuse meiden Quartiere mit Zugluft und Lichteinfall.

Für den fertigen Kasten spricht, dass Dichtigkeit, Spaltmaße und Innenstruktur geprüft sind und Sie ihn direkt aufhängen können. Wer ohne Werkstatt arbeitet oder nur eine Leiter und eine halbe Stunde hat, ist damit besser bedient.

Beim Zusammenbau kommt es auf drei Dinge an

  1. Dicht bauen. Alle Längskanten und den Deckel fugenfrei verschrauben. Nach dem Zusammenbau von innen gegen das Licht schauen: Wo Sie Helligkeit sehen, muss nachgearbeitet werden.
  2. Innen nichts behandeln. Kein Lack, kein Öl, kein Holzschutzmittel, kein Leim an Flächen, an denen Tiere hängen. Die Ausdünstungen halten Fledermäuse über Jahre fern. Ein Anstrich gehört ausschließlich auf die Außenseite.
  3. Innen rau halten. Falls die Flächen glatt geliefert werden: waagerechte Rillen im Abstand von etwa 5 mm einritzen. Kein Drahtgitter – daran verletzen sich die Tiere.

Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in Fledermauskästen bauen und anbringen.

Aufhängen

  • Höhe 3 bis 5 m, mit freiem Anflug: keine Äste, Kabel oder Vorsprünge direkt davor.
  • Ausrichtung Süd bis Südwest in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Wochenstuben brauchen Wärme; ein nach Norden hängender Kasten bleibt in der Regel leer.
  • Nicht über Türen, Fenstern oder Sitzplätzen. Unter einem besetzten Kasten sammelt sich Kot.
  • Außenfarbe nach Klima. In den meisten Lagen nördlich der Alpen sind mittlere bis dunkle Grau- und Brauntöne richtig, weil sie Wärme halten. In ausgesprochen heißen Sommerlagen lieber heller.

Was ein Kasten leistet – und was nicht

Die häufigste Erwartung ist die falsche. Ein Fledermauskasten ist keine Mückenabwehr für die Terrasse. Eine Zwergfledermaus – die Art, die in Siedlungen am häufigsten an Gebäuden lebt – frisst in einer Nacht bis zu etwa 2.000 kleine Insekten: Zuck- und Stechmücken, Nachtfalter, Eintagsfliegen. Das ist viel, aber die Tiere jagen dort, wo die Insekten sind, meist über Gewässern, Hecken und Wiesen – nicht gezielt dort, wo Sie sitzen.

Der Nutzen liegt woanders: Quartier ist in Siedlungen knapp geworden. Bei Fassadensanierungen und Dachausbauten verschwinden genau die Spalten, in denen Fledermäuse jahrzehntelang gewohnt haben – hinter Verschalungen, in Rollladenkästen, unter Dachrandbrettern. Ein Kasten ersetzt eines dieser Quartiere.

Der rechtliche Rahmen

Alle 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind streng geschützt – nach § 44 BNatSchG und Anhang IV der FFH-Richtlinie. Einen Kasten aufzuhängen ist unproblematisch. Ist er besiedelt, gilt: nicht öffnen, nicht abnehmen, nicht umhängen. Kontrolle und Reinigung finden ausschließlich außerhalb der Besetzung statt, in der Regel im Oktober oder November. Dasselbe gilt für Quartiere am Gebäude: Spalten, in denen Tiere sitzen, dürfen nicht verschlossen werden – das ist ein Verstoß, nicht nur ein Versehen.

Umgang mit den Tieren

Heimische Fledermäuse saugen kein Blut und meiden Menschen. Trotzdem gilt eine Regel ohne Ausnahme: kein gefundenes Tier mit bloßen Händen anfassen. Europäische Fledermäuse können in seltenen Fällen Europäische Fledermaus-Lyssaviren tragen. Nach einem Biss oder Kratzer gehen Sie am selben Tag zum Arzt; eine Impfung nach dem Kontakt wirkt zuverlässig, wenn sie rechtzeitig beginnt. Für die Bergung feste Handschuhe nehmen und die örtliche Fledermausberatung, den NABU oder den LBV einschalten.

Nach dem Aufhängen

Ein Kasten braucht Zeit. Bis zur ersten Besiedlung gehen häufig eine bis drei Saisons ins Land, und der Kasten wird zunächst oft nur als Zwischenquartier einzelner Männchen genutzt. Zwei Kästen in unterschiedlicher Ausrichtung erhöhen die Chance deutlich, weil die Tiere je nach Wetter wechseln.

Wie Sie erkennen, ob ein Kasten belegt ist, und was bei der Pflege zu beachten ist, steht in Fledermauskasten pflegen: 5 Punkte. Wie Sie die Besiedlung wahrscheinlicher machen, steht in Fledermäuse in den Fledermauskasten locken.

Fertig montiert, mit geprüften Maßen

Unsere Fledermauskästen kommen aus unbehandeltem Holz, mit aufgerauter Innenseite und Spaltmaßen von 15 bis 20 mm – aufhängen und fertig.

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Fazit

Ein Bausatz ist eine gute Sache, wenn Sie sauber arbeiten: dichte Fugen, unbehandelte Innenseiten, raue Flächen, 15 bis 20 mm Spalt. Wer das nicht selbst machen will, nimmt einen fertigen Kasten – für die Fledermäuse zählt nur das Ergebnis. Entscheidend ist in beiden Fällen weniger der Kasten selbst als der Platz, an dem er hängt.