Bienenhotel pflegen: das ganze Jahr über

How to Maintain Your Bee House Through the Seasons

Wildbienen sind die fleißigsten Bestäuber im Garten. Anders als Honigbienen leben sie nicht in Völkern und machen keinen Honig, aber für die Bestäubung sind sie unverzichtbar – eine Mauerbiene schafft dabei so viel wie mehrere Dutzend Honigbienen. Ein Bienenhotel gibt ihnen den Nistplatz, der in aufgeräumten Gärten fehlt. Wie jedes Quartier braucht es aber Pflege, und die richtet sich nach der Jahreszeit.

„Wir sagen unseren Kunden immer: Ein Bienenhotel ist keine Sache für das Frühjahr allein. Ein wenig Aufmerksamkeit im Herbst und Winter macht für die Bienen des nächsten Jahres den Unterschied.“ – Arto

Bevor Sie anfangen, lohnt der Blick darauf, was ein Bienenhotel überhaupt bewirkt: Wie Bienenhotels Wildbienen und dem Garten helfen.

Frühjahr: die neue Generation kommt

Nehmen Sie den Winterschutz ab. Kontrollieren Sie die Röhrchen auf Schimmel und Reste und tauschen Sie Einlagen aus, wo es nötig ist. Hängen Sie das Bienenhotel sonnig und regengeschützt auf, am besten mit Ausrichtung nach Südosten, damit es die Morgensonne bekommt.

Die Rostrote Mauerbiene fliegt bei uns ab März, sobald es über 12 °C wird. Das Hotel sollte also spätestens Anfang März draußen hängen. Wichtig ist eine feste Aufhängung: Ein Quartier, das im Wind schwankt, wird nicht angenommen.

Sommer: beobachten, nicht eingreifen

Prüfen Sie, dass das Dach weit genug übersteht und Regen draußen bleibt – Feuchtigkeit ist die häufigste Ursache für Schimmel in den Röhrchen. Verschlossene Röhren mit Lehm- oder Blattpfropfen sind das Zeichen, dass gebaut wird: Mauerbienen verschließen mit Lehm, Blattschneiderbienen mit ausgeschnittenen Blattstücken.

Ameisen und Wespen halten Sie ohne Chemie fern. Was Sie auf keinen Fall tun: verschlossene Röhren öffnen, um nachzusehen. Darin entwickeln sich die Larven.

Herbst: Ruhe halten

Bewegen oder rütteln Sie das Hotel nicht – in den Röhren sitzen die fertigen Larven und Puppen. Wenn Ihre Lage sehr nass ist, versetzen Sie das Quartier an eine trockene, geschützte Stelle, etwa unter einen Dachüberstand.

Der Herbst ist auch der Zeitpunkt, um Parasiten zu kontrollieren. Goldwespen – die Kuckuckswespen der Wildbienen – und Milben setzen sich in belegten Röhren fest. Wer mit herausnehmbaren Einlagen oder öffenbaren Brutröhrchen arbeitet, kann befallene Zellen aussortieren; wer das nicht möchte, tauscht stattdessen jedes Jahr einen Teil der Röhrchen.

Winter: richtig überwintern

Die Wildbienen überwintern als fertige Biene in ihrem Kokon. Zwei Wege funktionieren:

  • Draußen lassen, geschützt. In den meisten Lagen der einfachste Weg. Das Hotel bleibt hängen, nur regen- und windgeschützt.
  • Kühl einlagern. In sehr nassen Lagen können Sie das Quartier in einen unbeheizten Schuppen oder eine kalte Garage stellen. Entscheidend ist das Wort unbeheizt: In der warmen Wohnung schlüpfen die Tiere mitten im Winter und verhungern, weil nichts blüht.

Schützen Sie das Hotel vor Meisen. Blau- und Kohlmeisen picken im Winter gezielt Röhrchen auf, um an die Larven zu kommen. Ein Kaninchendraht mit etwa 3 cm Maschenweite, einige Zentimeter vor der Front angebracht, löst das – die Bienen fliegen hindurch, die Meisen kommen nicht heran.

Notieren Sie sich, das Quartier Anfang März wieder nach draußen zu hängen.

Einmal im Jahr: Material erneuern

Nistmaterial jedes Jahr teilweise zu erneuern ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Krankheiten und Parasiten im Quartier – darin sind sich die Wildbienen-Fachleute und die Naturschutzverbände einig. Praktisch heißt das: Verwenden Sie herausnehmbare Röhrchen oder Einlagen und tauschen Sie die belegten nach dem Schlupf aus, statt dieselben Röhren über Jahre weiterzunutzen.

Ein Hinweis zu den Maßen, weil viele Fertigmodelle daran scheitern: Sinnvoll sind Bohrungen und Röhrchen von 2 bis 9 mm Durchmesser, mindestens 10 cm tief, sauber ausgebohrt und splitterfrei. Tannenzapfen, Stroh und Rindenstücke in dekorativen „Insektenhotels“ bringen für Wildbienen nichts.

Warum sich der Aufwand lohnt

Rund 560 Wildbienenarten leben in Deutschland, und mehr als die Hälfte steht auf der Roten Liste. Der Grund ist fast immer derselbe: fehlende Nistplätze und fehlende Blüten. Ein gepflegtes Quartier und ein Garten, der von März bis Oktober blüht, wirken zusammen – eines ohne das andere bringt wenig.

Mehr dazu in unserem Beitrag Warum Bienen wichtig sind.

Fazit

Die Pflege eines Bienenhotels ist unkompliziert, aber sie entscheidet darüber, ob im nächsten Jahr wieder Bienen kommen: im Frühjahr aufhängen und kontrollieren, im Sommer in Ruhe lassen, im Herbst nicht bewegen, im Winter kühl und meisensicher halten und jedes Jahr Material erneuern.

Unsere Bienenhotels ansehen – gebaut für den Einsatz über Jahre.